Heu versus Silage – welches ist das bessere Pferdefutter?

Heu versus Silage – welches ist das bessere Pferdefutter?

Die Frage, ob Heu oder Silage das bessere Pferdefutter darstellt, wird unter Pferdehaltern gerne diskutiert. Zu Silage hört und liest man Aussagen wie, Kuhfutter kommt mir nicht ins Pferd, Silage hat viel zu viel Eiweiß, Silage übersäuert den Magen, Botulismusgefahr uvm.. Heu hingegen scheint weniger kritisch hinterfragt zu werden, auch wenn die mikrobiologische Qualität und die Inhaltsstoffe häufig nicht bekannt sind.

Doch was ist dran an diesen Aussagen? Gibt es wissenschaftliche Studien, dazu die diese Thesen belegen? Wie wird Silage und Heu eigentlich hergestellt und worauf ist dabei zu achten?

Es wird höchste Zeit fundiertes Wissen weiterzugeben und mit diesem Artikel möchte ich ein kurzes Revue über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen Themen geben:

Grundlage für hochwertiges Grundfutter

Sowohl Heu- als auch Silagewerbung ist eine Königsdisziplin. Es müssen vorab die Bedingungen auf dem Grünland passen und es bedarf an Wissen und Achtsamkeit, damit ein qualitatives Grundfutter ent- und bestehen kann und bleibt.

Im Idealfall setzen sich die Wiesen zur Pferdefuttergewinnung aus 60 bis 80 Prozent Gräser, 10 bis 30 Prozent Kräuter und 10 Prozent Leguminosen zusammen, wobei Dünge- und Pflegemaßnahmen, eine gezielte Sortenwahl, die Einhaltung des optimalen Schnittzeitpunktes und eine Schönwetterperiode unablässlich sind, um ein hochwertiges Pferdefutter herzustellen! 

Unterschied von Heu und Silage

Prinzipiell richtet sich die Grundfutterherstellung nach dem Tierbestand, der Haltung und der vorab gestellten Frage, wieviel Energie- und Proteingehalte zu erreichen sind, um seine Tiere optimal ernähren zu können.

Zusätzlich spielt das Wetter eine wichtige Rolle, um die optimalen Trockenmassegehalte erreichen zu können, das wiederum ist auch ein großer Unterschied zwischen Silage und Heu. Aber klären wir doch zuerst einmal die Definition von Heu und Silage.

Der Unterschied zwischen Heu und Silage ist, dass Heu Grünfutter ist, welches durch Wasserentzug konserviert wird. Silage hingegen ist die Bezeichnungen für fermentiertes Grünfutter, welches durch Milchsäurebakterien haltbar gemacht wird.

Während Heu einen Trockenmassegehalt von über 85 Prozent haben soll, ist durch die Milchsäuregärung bei der Silageherstellung eine große Bandbreite an Zielwerten für den Trockenmassegehalt vorhanden.

Ab wann fermentiertes Grünfutter Heulage oder Silage heißt, ist nicht offiziell definiert.
Das kann verwirrend sein und daher ist es wichtig zu wissen, dass sich Grassilagen im Rohfasergehalt, im Trockenmassegehalt, im pH-Wert und den Gehalten an Gärsäuren unterscheiden können.

Das Wichtigste über die Silageherstellung

Die Fermentation von Grünfutter funktioniert, vereinfacht dargestellt, folgendermaßen: Durch das Pressen und Einwickeln in luftdichter Folie entsteht im Ballen ein anaerobes Milieu. Diese Bedingung brauchen Milchsäurebakterien um sich vermehren zu können, zusätzlich bilden sie aus Zucker Milchsäure und der pH-Wert senkt sich. Die Milchsäuregärung kommt zum Erliegen, wenn der verfügbare Zucker aufgebraucht wurde oder der pH-Wert soweit gesenkt wurde, dass die Milchsäurebakterien ihre Aktivitätsgrenze erreichen. Bis diese Gärphase abgeschloßen ist, dauert es in etwa 8 Wochen.

Betrachtet man die Fütterung von Milchkühen, welche eine sehr hohe Leistung erbringen müssen, wird eine hohe Energiedichte und ein hoher Proteingehalt aus dem Grundfutter benötigt. Diese Voraussetzungen finden sich in dem Gras vorallem in den Vegetationsstadium Rispenschieben der Leitgräser wieder. 

Nach dem Rispenschieben kommt das Gras in die Blüte, es wird immer rohfaserreicher und sein Energie- und Proteingehalt nimmt immer weiter ab. Daher wird Silage für Hochleistungskühe meist zum Entwicklungsstadium Mitte Schossen bis Beginn des Rispenschiebens geworben, dabei wird ein Rohfasergehalt von 20 bis 27 Prozent, ein Trockenmassegehalt von 20 bis 40 Prozent und ein pH-Wert von unter 4,5 angestrebt.

Pferde sollten mit dem aufgenommenen Grundfutter vorallem ihren Erhaltungsbedarf oder auch ihren Leistungsbedarf decken. Zusätzlich muss es den ernährungsphysiologischen Grundbedürfnissen gerecht werden. Diese sind unter anderem, sich lange kauend mit der Futteraufnahme beschäftigen zu können, um die damit verbundene Speichelproduktion anzuregen.

Der Schnittzeitpunkt Rispenschieben und ein Trockenmassegehalt von 30 Prozent, wie für Hochleistungskühe gewählt, eignet sich daher nicht für Pferde, da ein geringer Rohfasergehalt und ein niedriger Trockenmassegehalt, aufgrund seiner strukturiellen Eigenschaften zu wenig zum Kauen anregt.
Zusätzlich findet man in der Literatur Hinweise, dass sich dies zusätzlich ungünstig auf die Zahngesundheit auswirken kann.

Wichtig zu wissen ist, dass Silagen mit tiefen Trockenmassegehalt (< 20 Prozent) einen niedrigen pH-Wert (< 4,1) haben muss, hingegen eine Silage mit hohem Trockenmassegehalt (> 45 Prozent) einen höheren pH-Wert (> 4,5) haben darf, um qualitativ zu sein.

Außerdem haben Silagen mit niedrigeren pH-Wert eine intensivere Milchsäuregärung durchlaufen und damit mehr Milchsäure als Silagen mit höheren pH-Werten. Wieviel Anteil an den Gärsäuren (Essig-, Butter- und Milchsäure) in einer Silage enthalten sind, lässt sich anhand einer Futteranalyse feststellen, diese gibt auch genauere Auskunft über den Siliererfolg.

Die Vorteile der Silierung des Grünfutters sind, dass die Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Carotin, im Grundfutter erhalten bleiben. Silage ist staubarm und daher besonders für Heustauballergiker geeignet, aber auch gesunde Pferde profitieren von der Staubfreiheit. Worauf bei Heustauballergikern oder Pferden die unter equinem Asthma leiden zu achten ist, kann hier nachgelesen werden.

Da Zucker und Fruktan von den Milchsäurebakterien abgebaut werden, kann es dazu kommen, dass der Fruktan- und Zuckergehalt in Silagen niedrig ist. Zusätzlich sind die Lagerkosten von Silageballen günstiger, da diese draußen gelagert werden können.

Als Nachteil bleibt die Gefahr der Botulismuskontamination. Dies entsteht wenn Erde, Kadaver oder Kot in die Ballen eingearbeitet werden, aber dies gilt sowohl für Heu als auch für Silage! Vermeiden lässt sich diese Gefahrenquelle indem das Mähwerk auf eine Höhe von 8 bis 10 cm eingestellt wird, außerdem muss nach dem Mähen ein Kontrollrundgang gemacht werden, um potentielles Gefahrengut zu beseitigen.

Silage für Pferde

In der Literatur finden sich unterschiedliche Zielwerte für Silagen für Pferde, fasst man diese grob zusammen, lässt sich sagen, dass ein Rohfasergehalt von 25 bis 32 Prozent angestrebt werden soll, bei einem Trockenmassegehalt von 40 bis 60 Prozent und einem pH-Wert, der 5,4 nicht übersteigt.

Aufgrund des hohen Trockenmassegehaltes und dem hohen Rohfasergehalt wird Silage für Pferde auch als Gärheu, Anwelksilage oder Heulage bezeichnet.
Bei Silagen die einen Trockenmassegehalt von über 60 Prozent haben, wird davon ausgegangen, dass sich die Milchsäurebakterien nicht mehr ausreichend vermehren können und dadurch die Silage instabil wird. 

Außerdem wird bei Trockenmassegehalten von über 60 Prozent die notwendige Verdichtung für die Silierung erschwert. Dies hat zur Folge, dass der Restsauerstoff nicht schnell genug veratmet wird und kein zügig anaerobes Milieu geschaffen wird, indem die Milchsäuregärung beginnen kann. Das Risiko für Hefe- und Schimmelpilzbefall ist dadurch stark erhöht. 

Zusätzlich sollte man wissen, dass proteinreiche Futtermittel, wie Klee, störend für eine optimal ablaufende Milchsäuregärung sein können. Dies und der selbe Schnittzeitpunkt wie bei Heu erklärt, dass Silage pauschal keinen höheren Proteingehalt aufweist als Heu.

Die These, dass Silage den Pferdemagen aufgrund des niedrigen pH-Wertes übersäuert, lässt sich durch den pH-Wert, der im Magen herrscht, leicht widerlegen. Der pH-Wert des Magen hat im oberen Teil einen Wert von 5,8 und sinkt auf unter 3 im unteren Teil. Silage für Pferde hat einen durchschnittlichen pH-Wert von 3,7 bis 5,5. Ein Magen der von Natur aus sehr sauer ist und kann also durch höhere pH-Werte nicht noch saurer werden. Zusätzlich sollte man die Tatsache nicht vergessen, dass durch die Kaubewegungen Speichel gebildet wird und dieser einen pH-Wert von 7,5 hat. Dieser sorgt für eine zusätzlich Pufferung. Die übermäßige Fütterung von Kraftfutter bei reduzierter Grundfuttergabe zeigt hierbei deutlich mehr Probleme in Hinsicht der Magenübersäuerung, aber das ist ein anderes Thema.

Bezüglich der Bedenken, dass die Darmgesundheit durch die Milchsäure negativ beeinflusst werden kann, findet man keine wissenschaftlichen fundierten Belege hierzu. Zu diesem Thema sollte auch gesagt werden, dass man bis heute noch garnicht weiß, wie die Darmflora des Pferdes auszusehen hat. 

Durchstreift man die wissenschaftliche Literatur, findet man in Silage einen Milchsäure-Gehalt von etwa 1 Prozent bei Trockenmassegehalten von über 30 Prozent. Bei einer täglichen Fütterung von 10 bis 15 kg Silage nimmt das Pferd 100 bis 150 g Milchsäure auf. Inwiefern diese geringe Menge an Milchsäure die Darmflora verschiebt und ob die Darmflora überhaupt einzig durch die Milchsäure negativ beeinflusst wird, konnte bislang, wie bereits erwähnt,  wissenschaftlich nicht hinreichend in Langzeitstudien geklärt werden. Bis jetzt scheint es eher so zu sein, dass sich weder die Milchsäurekonzentration, noch der pH-Wert im Dickdarm und Kot signifikant unterscheidet zwischen Heu- und Silagefütterung.

Reagiert ein Pferd auf Silage negativ, könnte es auch sein, dass die Futterumstellung zu schnell erfolgt ist. Um Unverträglichkeiten auf den Grund gehen zu können, sollte immer zuerst das Futter analysiert werden, denn erst danach können konkrete Schlussfolgerungen gezogen werden.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Silage nach dem Öffnen, je nach Umgebungstemperatur und hygienischer Qualität unterschiedlich schnell verfüttert werden muss, da es, aufgrund der darin vorkommenden Hefepilzen, zu Nacherwärmung kommen kann. 

Silagelagerung

Die Herausforderung bei der Silagelagerung besteht daraus, dass keine Schäden an der Folie entstehen und dadurch Sauerstoff in den Ballen gelangt. Löcher entstehen eigentlich hauptsächlich durch Vögel, die versuchen Insekten aufzupicken oder mit ihren Krallen die Folie perforieren. Abhilfe hierfür kann ein Schutzvlies bieten, welches man über die Ballen legt.

Außerdem soll darauf geachtet werden, dass der Untergrund sauber, bestenfalls befestigt und frei von spitzen Steinen ist. Nagetieren darf nicht die Möglichkeit gegeben werden sich einzunisten. Die Ballen sollen stirnseitig aufgestellt werden, da auf dieser Seite die Folienwickelung öfter überlappend ist.

Silageballen sollten nicht einfach ungeschützt auf dem Grünland liegen gelassen werden.

Das wichtigste über die Heuherstellung

Auch bei der Heuwerbung gilt, das Mähwerk muss auf 8 oder mehr Centimeter eingestellt sein, damit keine Erde ins Futter gelangt. 
Nachdem das Grünfutter geschnitten wurde finden einige Arbeitsschritte statt, die besonders sorgsam durchgeführt werden müssen. Wer die Heuwerbung nicht schonend bearbeitet, riskiert Sand- und Erdeeintragungen und hohe Bröckelverluste. Bröckelverlust bedeutet, dass wertvolle Pflanzenteile, wie Blätter, für die Bergung verloren gehen.

Je nach Witterung dauert es unterschiedlich lange, bis das getrocknete Grünfutter einen Trockenmassegehalt von mindestens 80 Prozent aufweist. Ist dieser Zielwert erreicht kann das Heu gepresst und eingelagert werden. Besteht die Möglichkeit das Heu auch mittels einem Luftentfeuchter oder einem Verfahren unter Dach zu trocknen, kann es mit einem niedrigeren Trockenmassegehalt eingefahren werden.

Die Keimruhe bei Heu tritt erst ab einem Trockenmassegehalt von 85 Prozent ein, daher findet bei davor gepresstem und eingelagertem Heu eine Schwitzphase statt. Die Dauer dieser Phase varriert je nach Trockenmassegehalt beim Einfahren und dauert in etwa 6 bis 8 Wochen.
Im Gegensatz zu Silage muss der Pressdruck bei Heu locker sein, so dass man seine Hand ohne Probleme in den Ball stecken kann. Dies ist überaus wichtig, denn wird der Ballen zu fest gepresst, können sich Keime in der Schwitzphase stark vermehren und es bilden sich Lagerpilze bzw. verderbnisanzeigende Pilze.

Heulagerung

Besonders bei der Lagerung von Heu kann noch viel schief gehen und die Qualität negativ beeinflussen. Gerne möchte ich eine kurze Aufzählung machen worauf bei der Lagerung zu achten ist:

  • Heu ist ein wertvolles Futtermittel. Es sollte immer trocken und luftig  gelagert werden.
  • Wird das Heu zusätzlich dunkel gelagert, werden dadurch Nährstoffverluste gering gehalten.
  • Der Ort der Lagerung soll frei von toten Tieren (Mäusen, Vögel) und deren Ausscheidungen sein (-> Botulismusgefahr).
  • Rundballen stirnseitig aufstellen und von unten soll immer Luft dazu kommen können. Dafür stellt man die Ballen z.B. auf Europaletten.
  • Zwischen den Ballen mindestens 5 cm Abstand, damit wird gewährleistet, dass genug Luft zwischen den Ballen zirkulieren kann, denn ansonsten bildet sich in der Schwitzphase an diesen Stellen zusätzlich Lagerpilze.

Qualität beurteilen

Neben der sehr wichtigen Analyse der Futtermittel in einem Labor gibt es auch sensorischen Möglichkeiten, um die Qualität des Grundfutters vor Ort beurteilen zu können. Diese sind:

  • Geruch
  • Farbe
  • Verunreinigung
  • Gefüge
  • Trockenmasse
  • pH-Wert

Als Pferdehalter sollte man unbedingt wissen woran die Qualität zu erkennen ist und absolut keine Kompromisse eingehen, wenn diese minderwertig ist. Die Folgen von der Aufnahme schlechter Grundfutterqualität sind weitreichend und können die Gesundheit der Pferde schädigen.

In Folge möchte ich einen Überblick über die sensorische Beurteilung von Heu und Silage geben. Es braucht etwas Übung um die Qualität mittels der Sinnenprüfung zu ermitteln und es sollte keine Gelegenheit ausgelassen werden um seine Sinne zu schulen.

 

Heubewertung nach Sinnenprüfung:

1. Geruch HeuPunkte
außerordentlich guter, aromatischer Heugeruch5
guter aromatischer Heugeruch3
fad bis geruchlos1
schwach muffig, brandig0
stark muffig oder faulig-3

2. Farbe HeuPunkte
einwandfrei, wenig verfärbt5
verfärbt, ausgeblichen3
stark ausgeblichen1
gebräunt bis schwärzlich oder schwach schimmelig0

3. Gefüge HeuPunkte
blattreich, weich und zart im Griff7
blattärmer, wenig harte Stängel, etwas hart im Griff5
sehr blattarm, viele harte Stängel, rau und steif im Griff2
fast blattlos, viele verholzte Stängel, grob und überständig0

4. Verunreinigung HeuPunkte
keine Staubentwicklung3
mittlere Staubentwicklung1
starke Erde-und Mistreste0

Punkteschlüssel HeuGüteklasseWertminderung
16 bis 201 – gut bis sehr gutgering
10 bis 152 – befriedigendmittel
5 bis 93 – mäßighoch
-3 bis 44 – verdorbensehr hoch

Silagebewertung nach Sinnenprüfung:

1. Geruch SilagePunkte
frei von Buttersäuregeruch, angenehm säuerlich, aromatisch, fruchtartig, auch deutlich brotartig14
schwacher oder nur in Spuren vorhandener Buttersäuregeruch (Fingerprobe) oder stark sauer, stechend, wenig aromatisch10
mäßiger Buttersäuregeruch oder deutlicher, häufig stechender Röstgeruch oder muffig4
starker Buttersäuregeruch oder Ammoniakgeruch oder fader, nur sehr schwacher Säuregeruch1
Fäkalgeruch, faulig oder starker Schimmelgeruch, Rottegeruch, kompostähnlich-3

2. Farbe SilagePunkte
dem Ausgangsmaterial entsprechende Gärfutterfarbe, bei Gärfutter aus angewelktem Gras, Kleegras usw. auch leichte Bräunung2
Farbe wenig verändert, leicht gelb bis bräunlich1
Farbe stark verändert, giftig grün oder hellgelb entfärbt oder starke Schimmelbildung0

3. Gefüge SilagePunkte
Gefüge der Blätter und Stängel enthalten4
Gefüge der Blätter angegriffen2
Gefüge der Blätter und Stängel stark angegriffen, schmierig, schleimig oder leichte Schimmelbildung oder leichte Verschmutzung1
Blätter und Stängel verrottet oder starke Verschmutzung0

Punkteschlüssel SilageGüteklasseWertminderung durch Silierung
20 – 161 – sehr gut bis gutgering
15 – 102 – befriedigendmittel
9 – 53 – mäßighoch
4 – 04 – verdorbensehr hoch

Die Wringmethode eignet sich zur Schätzung des Trockenmassegehaltes. Man kann sie entweder Vorab am Feld durchführen oder direkt im Stall. Dazu formt man aus der Silage einen Strang und wringt ihn aus. Wie bereits erwähnt, soll Silage für Pferde eine Trockenmassegehalt von 40 bis 60 Prozent haben.

Wassergehalt geschätzte Trockenmasse
..starker Saftaustritt schon bei leichtem Händedruck.< 20 %
..starker Saftaustritt bei kräftigem Händedruck.25 %
..beim Wringen Saftaustritt zwischen den Fingern, Hände werden nass.30 %
..beim Wringen Saftaustritt zwischen den Fingern, Hände werden noch feucht.35 %
..nach dem Wringen glänzen die Hände noch.40 %
..nach dem Wringen nur noch schwaches Feuchtegefühl auf den Händen.45 %
..Hände bleiben vollständig trocken.> 45 %

Eine standardmäßige Überprüfung des pH-Wertes, vor der Verfütterung eines neuen Ballens lässt sich mit wenig Aufwand durchführen. Mittels eines nicht blutenden pH- Indikatorstäbchen und dem Verhältnis von Eins-zu-eins-Silage zu destilliertem Wasser lässt sich kostengünstig und fürsorglich der Säuregehalt dokumentieren. 

Fazit

Die Voraussetzung, ob Silage oder Heu ein wertvolles Grundfutter darstellt, ist immer von der Futterqualität und dem Futtergehaltswert abhängig!

Diese Faktoren lassen sich durch eine Futteruntersuchung und einer Sinnenprüfungen analysieren und sollten immer vor der Fütterung durchgeführt worden sein. Besonders wenn man das Grundfutter nicht selbst herstellt, sondern zukauft, dient eine Analyse als Beweislage, sollten Pferde an dem Futter erkranken. Der Stallbetreiber kann sich so rechtlich absichern und beweist Fürsorge und Verantwortung gegenüber seinen Einstellern. 

Doch die Verantwortung liegt sicher nicht alleine beim Stallbetreiber, sondern auch die Pferdehalter sind dazu aufgefordert sich damit vertraut zu machen, ihr Pferd gesund und leistungsfähig zu erhalten, indem sie sich mit der Ernährung/Fütterung ihres Tieres vertraut machen. Am besten erreicht man dies indem man sein Wissen erweitert und sich vorallem von Menschen beraten lässt, die eine einschlägige und fundierte Ausbildung aufweisen können. 

Tauchen nach diesem Blogartikel noch weitere Fragen auf, helfe ich gerne weiter. Hier findest du meinen Leistungskatalog.

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